Schuhe

Die Wanderschuhe sind der wichtigste Teil bei einer Wanderung. Eine Druckstelle, die man vorher im Laden vor dem Kauf kaum gemerkt hat, kann bei einen längeren Marsch entnervend wirken, wenn es drückt und kneift. Damit wäre jede noch so schöne Wanderung nur eine Qual.

Die Anforderungen an einen Wanderschuh sind eigentlich ganz einfach: Er soll bequem und sogleich so fest wie nötig sitzen. Er soll Nässe von außen abhalten, aber den Fußschweiß rasch entweichen lassen. Er soll guten Halt bieten und robust sein.

Allgemeines

Kommen wir nun speziell zu den Wanderschuhen. Gerade hier sollte man nicht so auf das Geld gucken. Schließlich sind die Füße es, die bei einer Wanderung am meisten beansprucht werden und müssen es deswegen bequem haben und geschützt werden.

Der "alter Lederstiefel" mit der starren Sohle hat heutzutage eigentlich ausgedient. Er wird heute eigentlich nur noch bei Extrem-Touren im Felsen und Eis verwendet, was aber für den normalen Bergwanderer eigentlich weniger zutrifft.

Für unsere Zwecke sollte man besonders auf das Gewicht der Schuhe achten. Nur 100g Gewichtsunterschied summiert sich bei einem 20km Marsch auf vier Tonnen pro Fuß. Daher sollte man darauf achten, das er so leicht wie möglich und so stabil wie (für den jeweiligen Einsatzzweck) nötig ist. Leichte Trekkingstiefel brauchen nicht mehr als 600-800g pro Schuh zu wiegen, ohne das man auf Robustheit, guten Halt und eine solide Sohlenkonstruktion verzichten muß.

Beim Material muß man sich einig sein, für welches Gebiet er genutzt wird. Der Lederstiefel ist wie gesagt schwerer. Bietet aber im schwierigem Gelände besseren Halt und sind robuster, aber trocknen auch langsamer.

Deswegen schlage ich für den normalen Wanderer einen Kunstfaserschuh vor. Er ist leichter und flexibler, trocknen schneller und sind bei richtiger Verarbeitung dampfdurchlässig. Man muß die Kunstfaserschuhe regelmäßig imprägnieren, das sie auch wasserdicht bleiben.

Die Fußlasche sollte, wenn möglich, direkt mit dem Schuh verbunden sein (sieht aus wie Schwimmhäute). Es verhindert, daß das Wasser schnell eindringen kann.

Kauf

Beim Kauf ist ansonsten zu beachten, was oben beschrieben ist. Betonen möchte ich trotzdem, das unbedingt auf perfekten Sitz des Schuhs zu achten ist. Probieren, probieren, probieren! Auch wenn der Schuh leicht drückt, lassen Sie sich von dem Verkäufer nichts einreden. Von wegen “Das gibt sich nach ein paar Tagen”. Der Wanderstiefel muß auf Anhieb passen.

Beim Anprobieren immer Wandersocken mitnehmen und anziehen, weil sie meistens dicker sind, wie normale Socken. Ein Wanderschuh sollte in der Regel immer über die Knöchel gehen, um ein umknicken zu verhindern. Achten Sie auf das Abrollverhalten. Der Rand darf nirgendwo kneifen. Stellen Sie sich auf die Zehnspitzen, um auszuprobieren, ob sie nach vorne rutschen. Sind die Schuhe richtig geschnürt, darf das nicht passieren. Bei der Sohle ist darauf zu achten, das sie sich biegen lässt und ein grobes und tiefes Profil besitzt, damit man auch in rutschigen Gelände (Sand, Kiesel) besseren Halt findet.

Ein guter Wanderschuh geht ab einen Preis von 100 Euro los. Nach oben sind, wie bei allen, keine Grenzen gesetzt.

Hier ist noch eine nützliche Tabelle zu Schuhgrößen.

Englische Größe

Deutsche Größe

1

32 2/3

1 ½

33 1/3

2

34

2 ½

34 2/3

3

35

3 ½

36

4

36 2/3

4 ½

37 1/3

5

38

5 ½

38 2/3

6

39 1/3

6 ½

40

7

40 2/3

7 ½

41 1/3

8

42

8 ½

42 2/3

9

43 1/3

9 ½

44

10

44 2/3

10 ½

45 1/3

11

46

11 ½

46 2/3

12

47 1/3

12 ½

48

13

48 2/3

 

Fußpflege

 

Blasen sind ein leidiges Thema. Sie entstehen bei Druckstellen und Reibungen und besonders durch feuchte Haut. Daher unterwegs steht’s auf trockene Füße achten. Socken öfters wechseln und bei jeder Gelegenheit lüften. Bei der ersten Rast sofort nach Druck- und Scheuerstellen suchen und gerötete Stellen mit gepolsterten Pflaster abdecken. Hat sich schon eine Blase gebildet, dann mit einem einfachen Pflaster abdecken. Ist die Blase aber schon zu dick, mit einer sterilen Rasierklinge oder ausgeglühten Nadel öffnen. Die Öffnung nicht zu klein machen, sonst schließt sie sich wieder und füllt sich wieder mit Wasser. Dann mit einem gepolsterten Pflaster wieder abdecken.

Tips und Tricks gegen Blasen

  • die Ferse sollte beim Abrollen über den Vorderfuß wenig Spiel haben (wichtig bei steilen Aufstiegen)
  • immer trockene Fußbekleidung tragen (Ersatzsocken immer mitnehmen)
  • vor der Tour Problemzonen mit Tape oder Blasenpflaster abkleben
  • Fett (z.B. Hirschtalk) auf Problemzonen schmieren, Reibung findet auf der Fettschicht statt und nicht auf der Haut
  • sobald eine Stelle reibt sofort mit Tape abkleben

 

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