im Gelände

Ich möchte euch hier nicht erzählen wie man läuft. Es wird uns ja schließlich in die Wiege gelegt. Aber trotzdem sind beim Wandern ein paar grundlegende Dinge zu beachten. Zu bedenken ist nämlich, dass der Untergrund fast nie eben und geteert ist, sondern holprig und wellig. Die Wegfindung und Beobachtung objektiver Gefahren erfordert höchste Konzentration. Eine schöne Landschaft oder netter Wanderkameraden begünstigen in vielen Fällen den einen oder anderen Stolperer, der auch ins Auge gehen kann.

Deshalb gilt:

  • stehen bleiben und Landschaft genießen
  • laufen und auf den Weg konzentrieren

Flaches Gelände

Das Wandern erfolgt im natürlichen Diagonalschritt, die Arme schwingen gegengleich zu den Beinen vor und zurück.

Tips:

  • auf das Schrittumfeld schauen (Wurzeln, Steine usw.)
  • das Tempo so gestalten, dass Puls und Atmung gleichmäßig arbeiten

Steiles Gelände

Steige sind mit Stufen, Absätzen und anderen Hindernissen z.B. Wurzeln versehen. Die unregelmäßige Verteilung dieser Hindernisse unterbricht den Gehrhythmus und stört das Gleichgewicht. Besonders beim Bergabsteigen werden hohe Ansprüche an die Koordination gestellt, die durch die Schwerkraft und dem Rucksack erschwert wird. Man muß versuchen nicht von einem Schritt in den anderen zu fallen, sondern die Schritte fließend und geschmeidig auszubalancieren. Im steilen Gelände sollte man möglichst Tourenstöcke benutzen um die Knie zu entlasten.

Tips:

  • den Schrittverlauf weit vorausplanen und kleine Schritte wählen
  • immer möglichst viel Sohlenfläche aufsetzen
  • auf lose Steine und Felsen achten, damit kein Steinschlag ausgelöst wird
  • Achtung! Nasse Wurzeln sind extrem rutschig

Wegloses Gelände

Das Wandern im weglosen Gelände ist das reizvollste, was man im Gebirge erleben kann. Es kommt häufig in hohen Lagen vor, das mit einmal die Wege, Steige oder Pfade aufhören oder man verliert den Weg im starken Nebel. Wenn das eintrifft erfordert das hohe Konzentration und ein gutes Orientierungsgefühl. Es sind immer die ökonomischsten Wege zu wählen, das heißt Serpentienen mit gleichbleibender Neigung sind dem Direktaufstieg vorzuziehen. Man muß die nächsten Wegabschnitte weiter vorausplanen, als wenn man sich direkt auf Wegen befindet.

Wiesen

  • Auf nassen Wiesen herrscht große Rutschgefahr und man sollte große eingewachsene Steine als Tritt benutzen.
  • auf steilen Wiesen Sohle seitlich einkerben um besseren Halt zu bekommen und ein abrutschen zu vermeiden, notfalls die Hände mit nutzen und ein zu starke Neigung zum Hang hin vermeiden, es besteht sonst Rutschgefahr
  • im Falle des Ausrutschen, sofort auf den bauch drehen und in die Liegestützstellung gehen

Geröll und Gesteinsblöcke

Über der Baumgrenze findet man meist nur noch etwas Gras und Geröll vor. Diese Landschaft ist karg, aber dennoch faszinierend. Meist sind dort oben nur sehr wenig Menschen unterwegs. Diese Lagen sind für die geeignet die das Abenteuer, sportliche Herausforderung und ein wenig Einsamkeit suchen. Trotzdem sind auch hier einige wichtige Dinge zu beachten:

  • bei Geröll und großen Gesteinsblöcken besser auf Tourenstöcke verzichten
  • Tritte exakt wählen und vorausplanen, jeder Fehltritt kann eine Katastrophe werden
  • ganze Fußsohle aufsetzen
  • bei losen Steinen Vorsicht wegen Steinschlaggefahr
  • Hände benutzen für das Gleichgewicht
  • Achtung bei feinen Schotter auf Felsplatten, Rutschgefahr
  • beim Abstieg kurze und gezielt Schritte wählen

Schneefelder

In großen Höhen geschieht es häufig, das man auf große Schneefelder trifft. Man sollte niemals den Trampelpfad im Schnee verlassen. Es könnte sich eine Felsspalte unter dem Schnee befinden und man kann sich schwer verletzen. Wenn kein Trampelpfad vorhanden ist, sollte man sich vorsichtig vortasten, in dem man seine Tourenstöcke in den Schnee vor sich drücken tut. Wenn man keine Tourenstöcke dabei hat, sollt man sich eine Holzstock suchen, falls man in diesen Höhen überhaupt einen findet.

Ein absolutes muss auf Schneefelder und Sonne ist eine Sonnenbrille mit UV-Schutz. Die Sonnenstrahlen werden so stark vom Schnee reflektiert, das es zur so genannten Schneeblindheit führen kann.

 

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